der schönste Ortsteil von Homburg/Saar

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Bruchhof-Sanddorf ist seit 1. April 1938 ein Stadtteil der saarpfälzischen Kreisstadt Homburg im Saarland (Deutschland).

Er setzt sich zusammen aus den beiden Teilen Bruchhof und Sanddorf, die auf den Ortsschildern getrennt erwähnt werden, jedoch ineinander übergehen.

Im Sanddorfer Wald gelegen sind die Ruinen des Schlosses Karlsberg.

Am Ausgang des Ortsteils Bruchhof in Richtung Vogelbach liegt der auch heute noch stattliche Bruchhof ein wenig von der Hauptstraße abgesetzt. Er ist in der Bevölkerung vor allem nach einem seiner letzten Besitzer, Rudolf Tascher, als Tascherhof bekannt. Dieses Hofgut stellte den Beginn der Besiedlung dar, welche sich schließlich zum Dorf Bruchhof entwickeln sollte. Somit diente das Hofgut als Namensgeber für den heutigen Homburger Ortsteil.

Die Gründung des Hofes fällt ins Jahr 1766. Zu dieser Zeit wurde er gemeinsam mit den nahe gelegenen Gütern Buchenbergerhof und Louisenhof — letzterer wurde schließlich nach enormem Ausbau als Schloss Karlsberg weithin berühmt — unter der Regierung des Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken in Homburger Bann angelegt. Die Stadt Homburg kritisierte zwar in einem Beschwerdebrief an den Herzog die Entstehung des im Weideland des Königsbruchs gelegenen Hofes, fand jedoch bei diesem kein Gehör.

Zum ersten Mal abgebildet erscheint der Hof unter dem Namen Königsgebrucher Hof in einer Karte des Geometers Johann Theodor Fritsch 1774. Der Bruchhof ist im Gegensatz zum damals noch so benannten Louisen Hof ist nicht als Dreiflügelanlage dargestellt. An einer Wegekreuzung befinden sich jeweils zwei parallele Bauten in Form eines umgedrehten „L“. Der Unterschied zum aktuellen Bestand ist allerdings höchstwahrscheinlich der nur der vereinfachten Kartendarstellung zuzuschreiben. 1782 ist der Bruchhof auf einer Karte des Päräquators P. Schäfer als Dreiseithof angelegt: Ein kleiner Baukörper wird von zwei parallel zueinander stehenden L- Förmigen Bauten eingerahmt. Die Hauptverbindung verläuft noch entlang der Rückseite des Wohngebäudes, ein weiterer untergeordneter Weg erreicht die Anlage von Nordwesten. Er benutzt hierbei ein Stück weit die heute noch bestehende Trasse zwischen Hofgut und Kaiserslauterer Straße. Herzogin Amalie, die Frau von Herzog Karl II. August, war zu dieser Zeit Eigentümerin des nun Carlsbrucher Hof genannten Gutes. Nach der Zerstörung von Schloss Karlsberg zog man sämtliche Besitzungen des Pfalz-Zweibrücker Herzogs ein und erklärte sie zum Eigentum der französischen Republik. Erst 1805 erhielt die Witwe des mittlerweile verstorbenen Karl August das Hofgut zurück, war jedoch gehalten, den Hof binnen drei Jahren an französische Staatsbürger zu veräußern. Noch im selben Jahr erstand der Kanzleidirektor Karl Ludwig Böhmer den Bruchhof. Nach dem Tode Böhmers erwarben die Kaufleute Thibault und Mathieu 1817 das Anwesen.

In den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten detaillierten Darstellungen über das Aussehen des Gutes. Im Orginalpositionsblatt Homburg, einer topographischen Aufnahme aller Gebiete im damaligen Königreich Bayern, die von Offizieren des bayerischen Generalstabes durchgeführt worden war, vor allem aber im sog. Urkataster (1846) sind die Gebäude erstmals präzise auszumachen. Dabei sind Veränderungen zum heutigen Bestand zu erkennen: An die Stirnseite des Westbaus war zur Kaiserslauterer Straße hin ein kleines Nebengebäude angesetzt. Von ihm haben sich ebenso wenig Spuren erhalten wie von den beiden westlich des Wohngebäudes befindlichen Nebengebäuden. Letztere sind mittlerweile einem Anbau mit einem kleinen Schwimmbad gewichen. Der Hof war nach Norden hin nicht mit einer einheitlich fluchtenden Mauer abgeschlossen.

1840 wurde Johannes Hauter Besitzer des Bruchhofs. Nach seinem Tod 1846 behielt dessen Witwe das Anwesen, ehe sie es 1856 an Anton Harth aus Niedersaulheim verkaufte. Runde 30 Jahre später, am 9. 12. 1887, musste das Anwesen zwangsversteigert werden und Wilhelm Schulde erwarb es. Jedoch war seinem Vorhaben, auf dem Hof eine Eisengießerei zu betreiben kein Erfolg beschieden und er gab das Hofgut bald an seinen Vetter Christian Wunn ab. 1936 wurde Rudolf Tascher aus (Saarlouis-) Beaumarais Eigentümer des stark heruntergekommenen Anwesens; nach seinem Tode 1947 verblieb die Witwe mit den Kindern auf dem Hof. In den siebziger Jahren teilten die Erben (Bormann, Zarges) den Bruchhof unter sich. Schließlich wurde er von einem Käufer (Leusch) aus dem Raum Neunkirchen erstanden.

Danach gingen die Ländereien und der Tascher Hof an die Naturland Ökoflächen-Management Saar GmbH aus Saarbrücken über. Auch  mehrmalige Versuche von Investitionen rund um den Tascherhof  blieben vergeblich. Wie z.B. als Verwaltungsgebäude eines Seniorenhofs  oder eines pharmazeutischen Betriebes.  

Nach langen Jahren  des Stillstands wurde der Hof mit den Ländereien (ca. 80 Ha) letztendlich im Oktober 2014 an den  Investor Archibald von Wegner aus Saarbrücken verkauft. Er möchte ihn wieder bewohnbar machen und seinen Wohnsitz dorthin verlegen.  www.gutkoenigsbruch.de

Der Bruchhof (heute "Gut Königsbruch") bietet trotz der Veränderungen der letzten beiden Jahrhunderte ein anschauliches Bild eines herrschaftlichen Gutes unserer Region im Spätbarock. Als „Keimzelle“ des Ortes ist er darüber hinaus auch Identifikationsstiftendes Merkmal. Seine künftige Entwicklung sollte mit dem gebührenden Respekt sowohl um seine historische als auch seine Ortsbildprägende Bedeutung betrieben werden.

Auszüge aus einer Arbeit von Dr. Stefan Ulrich, Wikipedia und Manfred Rippel (OVM)